Home | Tagebuch


Tagebuch - August 2007

01, 07, 08, 09, 10, 13, 14, 15, 16, 17, 19, 22, 23, 24, 26, 27, 28, 30, 31


Mittwoch, 1. August 2007

[01.08.07, mi, 8:30]

Die letzten Tage habe ich viel Ruhe gehabt, gelesen, geschrieben, Musik gehört, Filme gesehen und meine Seele justiert.

 

[10:05]

Angekommen ist Ken Follett's ßThe Phillars of the Earthß.

In der ßIntroductionß schreibt er:

Nothing happens the way you plan it.

A lot of people were surprised by The Pillars of the Earth, including me.

 

[18:00]

Nur auf den ersten Blick erscheint die deutsche übersetzung gut. Die erste Zeile des Romans (erst Ken Follett's Text, dann die deutsche übersetzung, später mein Vorschlag):

The small boys came early to the hanging.

Die kleinen Jungen waren die ersten, die zum Richtplatz kamen.

Follett schreibt nur folgenden Hauptsatz: Die kleinen Jungen kamen früh(zeitig) zum Hängen.

 

It was still dark when the frist three or four of them sidled out of the hovels, quiet as cats in their felt boots. A thin layer of fresh snow covered the little town tike a new coat of paint, and there were the first footprints to blemish its perfect surface.

Es war noch dunkel, als sie aus ihren Verschlägen schlüpften. Lautlos wie Katze huschten sie in ihren Filzstiefeln über den jungfräulichen Schnee, der sich wie Linnen über die kleine Stadt gebreitet hatte, und entweihten ihn mit ihren Schritten.

 

Follett schreibt: Es war noch dunkel, als die ersten drei oder vier von ihnen sich aus ihren Hütten schlängelten, in ihren Flizstiefeln leise wie Katzen. Eine dünne Schicht frischen Schnees bedeckte die kleine Stadt wie eine neue Schicht Farbe, und da befleckten die ersten Fußabdrücke die makellose Oberfläche.

Keine Rede von ßhuschtenß oder ßjüngfräulichß. Oder von ßLinnenß, wobei ich mich fragte, was ßLinnenß sind, um dann nachzuschlagen und zu erfahren, daß es der gehobene, dicherische Ausdruck für Leinen, einem rauher Stoff aus Flachspflanzen, ist.

Warum der übersetzten Inhalt nicht ebenso wie vom Autor in Sätze und Nebensätze aufteilen wird, sondern immerzu in neue Satzkonstruktionen, wird mir ein Rätsel bleiben.

[nach oben]


Dienstag, 7. August 2007

[07.08.07, di, 13:55]

Draußen sind es 30 Grad Celsius - im Schatten!

Da wäre ja heute wieder ein Spaß im nicht-klimatisierten Bus geworden.

[nach oben]


Mittwoch, 8. August 2007

[08.08.07, mi, 12:35]

Lange habe ich mich nicht mehr so über ein Paket gefreut. Dabei handelt es sich lediglich um Unterwäsche. Die beendet jedoch meine schon lange ausgehaltenen Qualen, jeden Tag aufs neue, wenn ich die zu engen Slip getragen habe.

Die Vermutung, durch andauernden sexuellen Notstand sei mein Geschlecht immer praller geworden, liegt nahe. Ist aber falsch (unbegründet wäre nicht der richtige Ausdruck): ic bin einfach immer dicker geworden, ohne meine Unterwäsche anzupassen.

Wobei es nicht einfach ist, in Potsdam Unterwäsche größer als Größe 8 zu kaufen - nur einmal bekam ich welche in Größe 9, allerdings brachte eine Nummer Zuwachs nur eine kleine Erleichterung.

Um nicht nach Berlin fahren zu müsse, hab ich letzten Mittwoch bei Quelle Slips in Größe 12 und Boxershorts in Größe 10 bestellt. - Heute sind sie angekommen, und endlich fühle ich mich nicht mehr wie ein unausgelasteter Zuchtbulle, sondern wie ein Junge, dessen Unterhosen, damit er ungestört wachsen kann, zu groß gekauft wurden.

Wachsen will ich nicht mehr. Im Gegenteil: gestern ist es mir seit langer, langer Zeit wieder einmal gelungen, nur so viel zu essen, das ich abnehme, ohne zu hungern oder meinen nervosen Magen zu reizen.

 

Diesen Eintrag hab ich auch in Fraktur geschrieben und ins PDF-Format gewandelt: 08.08.07. Die HTML-Fassung ist jedoch die aktuelle und wurde korrigiert.

 

 

[17:00]

Draußen sind es 30 Grad im Schatten.

 

[18:50]

Es hat geregnet. Die Luft ist abgekühlt auf 23 Grad Celsius.

[nach oben]


Donnerstag, 9. August 2007

[09.08.07, do, 15:00]

Heute morgen war ich unterwegs, um am Wasser einige Fotos zu machen.

Beim Objektivwechsel ist ein Fussel so ungünstig auf den gestern gereinigten Sensor gekommen, so daß die meisten Fotos unbrauchbar sind.

Obwohl der Fussel so groß ist, daß ich ihn zu Hause auch auf dem unvergrößerten Kameramonitor-Bild sehen konnte, ist er mir beim Fotografieren nicht aufgefallen. Hab auch nicht damit gerechnet, bei der ersten Gelegenheit solch ein sich so in den Vordergrund drängendes Teil einzufangen.

Nächstesmal werde ich aber ausmerksam sein, wenn auf mich kleine Teile herabrieseln, werde mich nicht mit dem Gedanken zufrieden geben, es sei morgenlicher Tau, der von Bäumen auf mich fällt, , nicht, wenn schon einen Moment später der Gedanke folgt: komischer Tau, der nicht naß ist.

Kein Wunder ist geschehen. Vermutlich waren kleine Blüten nicht mehr naß, sondern nur ganz leicht feucht, als sie sichtbar an mir vorbei, aber auch nicht wahrgenommen auf mich, Kamera und Objektive herabfiel und mit einem kleinen Teilchen, falls es seine Absicht war, sich auf Fotos zu verewigen, sein Ziel erreichte.

 

Hier ein Foto:

Morgens am Wasser, 8 mm, beschnitten

Aufgenommen kurz nach 7 Uhr mit einem Fisheye-Objektiv 8 mm an einer digitalen Nikon-Kamera (mit Brennweitenverlängerung 1,5), beschnitten und komprimiert.

 

Das gleiche Motiv mit einem 18-mm-Objektiv aufgenommen, also aufs Kleinbildformat umgerechnet 27 mm Brennweite:

Morgens am Wasser, 18 mm

Früher war ich froh, wenn ich mit 28 mm Brennweite fotografieren konnte. Aber nachdem ich den sehr großen Blickwinkel eines 8-mm-Fisheye an einer Crop-Kamera schätzen gelernt habe, verzaubert mich der Blickwinkel eines 28-mm-Objektives nicht mehr.

 

Vielleicht können Sie das verstehen, wenn ich Ihnen das unbeschnittene Fisheye-Bild zeige:

Morgens am Wasser, 8 mm, original

 

Ja, daß sich die Bäume sichtbar nach innen krümmen, gefällt mir auch nicht, ist aber der Preis, den man für den großen Blickwinkel zahlt, denn solch ein Bild zu entfishen (also die krummen Linien gerade zu machen), ist keine ästhetische Lösung.

 

Deshalb kann mich drehen und wenden, wie ich will, und das habe ich weiß Gott schon lange genug getan, aber um meine Lieblingsfotos zu machen, komme ich nicht um eine Vollformat-Digitale (keine Brennweitenverlängerung) und ein 12-mm-Objektiv herum.

[nach oben]


Freitag, 10. August 2007

[10.08.07, fr, 10:00]

Vielleicht kann ich mir die Ausgabe von mindestens zweieinhalbtausend Euro ersparen, denn es gibt ein Sigma-Objektiv 10-20 mm für digitale Nicht-Vollformat-Spiegelreflex-Kameras, wie ich eine besitze, das kostet zwischen vierhundert und fünfhundert Euro.

Der Blickwinkel bei 10 mm Brennweite beträgt nur etwas weniger als mit einem Fisheye 10,5 mm (wie es Nikon anbietet), aber deutlich mehr als mit 12 mm Brennweite.

 

Das gleiche Motiv würde, mit einem 10-mm-Objektiv und derselben Kamera aufgenommen, vermutlich diesen Blickwinkel zeigen:

Morgens am Wasser, wie 10 mm

Allerdings würden die Bäume nicht krumm nach innen fallen. Vielleicht nur etwas nach innen kippen. Vermutlich aber nicht, wie ich durch den Vergleich mit ähnlichen Fotos glaube.

(Habe Fotos vom gleichen Motiv aufgenommen mit einem Fisheye Nikkor 10,5 mm, einem Nikkor 14 mm, einem Nikkor 12-24 mm bei 12 mm und einem Sigma 10-20 mm bei 10 mm verglichen. Erstaunlich, um wieviel sich der Blickwinkel von 12 auf 10 mm vergrößert - deutlich mehr als von 14 auf 12 mm.)

 

Bis ich ein Sigma 10-20 haben werde oder eine digitale Vollformat mit 12 mm, kann ich gut damit leben, weiterhin mit meinem Fisheye 8 mm zu fotografieren und die Bilder zu beschneiden.

[nach oben]


Montag, 13. August 2007

[13.08.07, mo, 14:30]

Hab nicht nur wieder einen Fotografierausflug zum Holländer Viertel unternommen, sondern auch einige Kameras im Media-Markt Stern-Center getestet.

War in der Stadt, um einige Fotos mit dem Fisheye Peleng 8 mm von Häusern zu machen, um zu sehen, ob und wie sehr sich die Motive das Fisheye verändern.

Danach fuhr ich mit dem Fahrrad weiter zum Stern und probierte im Media-Markt die Canon 400D und 30D sowie die Nikon D40(x).

Ausgangspunkt war: meine Nikon ist mir nicht selten zu schwer, um mit ihr Stunden zu Fuß, die Kamera um den Hals gehängt, unterwegs zu sein. Sehnsüchtig dachte ich an meine Canon 300D zurück, die mit ihrem Objektiv 18-55 mm so leicht war, daß ich mich gar nicht daran erinnere, sie getragen zu haben.

 

[11:40]

Allerdings habe ich auch noch nicht vergessen, weshalb ich sie verkauft und mir eine Nikon gekauft habe.

Insofern ist die Lösung meines ßTransportproblemsß durch den Erwerb einer 400D keine gute.

Trotzdem hat mir das Testen sehr viel Spaß gemacht.

[nach oben]


Dienstag, 14. August 2007

[14.08.07, di, 20:00]

Vielleicht werde ich mein ßTransportproblemß nicht lösen, sondern noch vergrößern, denn mit einer Kamera mit Faktor 1,5 Brennweienverlängerung werde ich auch mit einem 10-20 mm nie solche Weitwinkelfotos machen können wie mit einer digitalen Vollformat und einem 12-24.

Wer sagt denn überhaupt, daß ich in allen Situationen nur mit einer Kamera fotografieren muß?

Meine Nikon und eine 5D haben Vor- und Nachteile, je nach dem, wofür man sie verwendet, ergänzen sich aber gut.

Und werden sich auch gut vertragen, auch wenn es zwischen Nikon- und Canon-Fotografen einen Glaubenskrieg gibt wie zwischen Mercedes- und BMW-Fahrern, weil ich Glaubensfreiheit praktiziere.

[nach oben]


Mittwoch, 15. August 2007

[15.08.07, mi, 10:30]

Ich wiege 115 Kilo.

Nachdem ich am 04.08.07 das erstemal 121 Kilo wog und am 08.08.07 das erstemal 122, begann ich noch am 08.08.07 mit dem Abnehmen.

Weitere Information und meinen neuen Maße auf meiner Seite Umfang.

[nach oben]


Donnerstag, 16. August 2007

[16.08.07, do, 10:55]

Nachdem die Post ein sehr schönes Exemplar von Thomas Manns ßBuddenbrooksß des Jahres 1930 gebracht hat, war ich in der Stimmung, bei Quelle anzurufen, um mich beim Finanzberater zu melden, der, da mein Einkaufsrahmen überschritten ist, seit der vorigen Bestellung entscheidet, ob ich Kredit für einen Einkauf bekomme.

Und habe ein Objektiv Nikkor 12-24 mm bestellt. Die Lieferzeit beträgt ein bis zwei Wochen.

Seit ein oder zwei Wochen quält mich die Frage, ob ich mir eine Canon 400D kaufe, um wieder so leichtfüßig unterwegs zu sein wie damals mit meiner Canon 300D, die mit ihrem Kit-Objektiv 18-55 mm keine Erinnerung an Schwere hinterlassen hat, während meine Nikon D200 einschließlich Fisheye Peleng 8 mm so schwer ist, daß mein Hals immer länger wird und ich keine Lust zu spontanen Ausflügen verspüre.

Ich stellte mir vor, mit der 400D auf Motivsuche zu gehen, um nach Auswertung der Fotos mit der D200 die ßrichtigenß Bilder zu machen.

Zwischenzeitlich ergab sich, daß ich auch keine Lust mehr hab, mein Fisheye immerzu als Superweilwinkel zu mißbrauchen. Also würde ich neben der 400D noch ein Canon-Objektiv 10-20 mm brauchen.

Beides könnte ich bei Quelle bestelle.

Daß ich mich nun für das Nikkor 12-24 entschieden habe, beweist meine Reife, denn mit einer 400D hätte ich weiterhin mein Fisheye 8 mm mißbrauchen müssen, denn eine Kombination 400D plus 10-20 wäre teurer als ein 12-24 geworden und hätte gleichzeitig meine D200, mit der ich sehr gern fotografiere, für die ich viele ßalteß Objektive habe, völlig entwertet.

 

[15:00]

Seit einige Zeit lesen ich in Werken Thomas Manns, von denen ich

in alte, gebundene, noch in Fraktur gedruckte Ausgaben besitze, die im Preis alle billiger als entsprechenden, heutige Exemplare sind und teilweise in keinem schlechteren Zustand, so als wären sie vor über 75 Jahren für mich gekauft und nie berührt worden.

 

Schon als Jüngling habe ich Novellen Thomas Manns gelesen, aber erst heute weiß ich seine Leistung zu genießen.

Im Vergleich mit anderen anspruchsvollen Büchern, in denen ich in der letzten Jahren gelesen habe, erreicht keins das sprachliche Niveau Thomas Manns.

 

Von wegen: seine Sätze seien immer ewig lang. Mit

ßDie Nadel wetzte, der Deckel sank. [...] Die Platte lief.ß

beschreibt er im ßZauberbergß die Arbeit eines Grammophons während einer mystischen Zusammenkunft (Zauberberg, Band 2, Seite 570).

 

Nicht selten löst nur ein Wort in mir viele Erinnerungen aus: Hans Gastorp - übrigens nicht ßGas-torpß, sondern ßGa-storpß, wie man in Fraktur erkennen kann - sitzt im Zug ßbei niedergelassenem Fensterß.

Ich kenne diese Art Fenster noch: sie wurden durch einen wie ein Gürtel gelöcherten, dicken Lederriemen geschlossen gehalten, indem das am nächsten am Fenster gestanzte Loch über den dafür vorgesehen, stabilen Stift geschoben wurde. Wollte man das Fenster öffen, packte man den Riemen, zog ihn zu sich, hob ihn vom Stift und gleichzeitig das Fenster etwas an, um es ganz herabzulassen oder nur ein Stück, je nachdem, welches Loch des Riemens man über den Stift streifte.

Das war nur etwas starke Hände, die mehr Kraft als das Gewicht des Fensters aufbringen konnten. Sonst hätte man es weder öffen, schon gar nicht sanft herablassen und erst recht nicht wieder schließen können.

... Hans Gastorp saß am niedergelassenen Fenster - ob er es geöffnet hat, wird nicht erwähnt. Neben ihm auf der Bank lag ein Buch ...

ß[...] worin er zu Anfang seiner Reise bisweilen studiert hatte; jetzt lag es vernachlässigt da, indes der hereinstreichende Atem der schwer keuchenden Lokomotive seinen Umschlag mit Kohlenpartikeln verunreinigte.ß (Zauberberg, Band 1, Seite 12)

Diese Worte locken Bilder hervor, die über vierzig Jahren in meinem Gedächtnis gespeichert wurden, lassen mich zum kleinen Jungen werden, der mit seiner Mutter von einer starken Dampflok in die große Welt gezogen wurde.

[nach oben]


Freitag, 17. August 2007

[17.08.07, fr, 20:00]

Reife hin, Reife her - mein Seelenteil die Kleinen will noch immer eine Canon 400D. Einfach so zum Spielen, zum Knipsen, was er mit der Nikon D200 erst recht nicht darf, wenn das teure Objektiv Nikkor 12-24 mm aufgesteckt ist.

Daß ich meine 300D vor etwas mehr als zwei Jahren verkaufte, weil ich sie nicht so bedienen konnte, wie ich das von einer hochwertigen digitalen Kamera erwarte (Zwangskopplung bestimmte Funktionen), interessiert meine Kleinen nicht, denn sie wollen ohnehin nur im Programm Automatik fotografieren: Motiv durch den Suchen anschauen, auslösen, fertig - diese ßewigeß Suche nach dem besten Bild nervt sie gewaltig.

 

[20:30]

Zwangskopplung bestimmte Funktionen hatte zur Folge, daß bei Wechsel des Aufnahmeprogramms Einstellungen von der Kamera gewechselt werden, wobei nie so richtig klar war, was wie genau. So war es schwer, von selben Motiv gleiche Aufnahmen zu bekommen, weil die Kamera in bestimmten, nicht immer vorhersehbaren Situationen zu ßmeinen Gunstenß entschieden hat.

Wenn ich mich richtig erinnere, nachdem ich eben noch einmal in die Bedienungsanleitung der 300D im PDF-Format nachgelesen habe. Den Sachverhalt (Zwangskopplung) habe ich damals nur genannt, aber nicht näher beschrieben. Siehe meine Eintragungen am 18. Juli 2005, 20 Uhr 35, beginnend.

Auf alle Fälle lag meine 300D, nachdem ich die D70 hatte, einige Zeit ungenutzt bei mir, bevor ich sie einem Freund borgte, um sie dann zu verkaufen.

Auf heutige Sicht mehr geärtert hat mich wohl, daß Canon für die 300D nur 24.000 Auslösungen garantiert, so daß ich mich beim Fotografieren sehr zurückhalten mußte, um nicht kurz nach der Garantiezeit den Verschluß erneuern zu müssen.

Bezeichnend auch für meine jetzige Situation, was ich vor zwei Jahren schrieb:

Leider habe ich mich zum Kauf der Canon EOS 300D verleiten lassen, weil ich dachte ... Ich bin manchmal sehr naiv und lasse mich schnell verführen.

Vielleicht ist es genau die beworbene Leitigkeit, mit der man mittels der 400D angeblich gute Fotos machen kann.

Aber gute Fotos machen sich nicht von allein. Vielleicht sollte das auch endlich einmal meine Kleinen verstehen: Spaß zu haben und gut zu sein, sind oft zwei Dinge.

 

Nun gut, wende die Kleinen ein, was ist so schlimm daran, daß du mit deiner D200 gute Fotos machst, und wir mit unsere 400D Spaß haben?

Nichts. Das Problem ist nur: ICH muß das Geld für die 400D erarbeiten.

Ist doch klar. Denn wir sind ja noch zu klein, um zu arbeiten ... ;-))

 

Ja, sie haben Recht. Vielleicht bestelle ich ja noch eine 400D. Auch auf die Gefahr hin, daß die Kleinen, wie das eben bei Kleinen so ist, nach kurzer Zeit ihrem Spielzeug überdrüssig sind.

Klar ist aber auch, daß die Kleinen extrem nerven und mich von allen anderen Dingen abhalten, und es gelingt mir nicht, außer ich würde sie ruhigstellen (mit der Droge Essen oder indem ich sie anbrülle und wegschließe), sie zum Einlenken zu bringen, was immer ich ihnen auch anbiete.

So dachte ich, vielleicht wollen sie einfach wieder mal nach draußen - immerhin habe ich seit Wochen das Haus kam verlassen. Aber wenn ich ihnen anbiete, raus zu gehen, um zu Spielen oder etwas zu erkunden, sagen sie immerzu: ohne unsere Kamera haben wir dazu keine Lust!

Schön! Tja, was soll ich da machen. Zumal neben dem Nikkor 12-24 finanziell ja auch eine Canon EOS 400D angeschafft werden könnte.

 

Aber ich weiß doch, wie das läuft: kaum hab ich das Teil, interessiert die Kleinen es nicht mehr so richtig. Sie werden dann wohl sagen: ist gar nicht so einfach, Fotos zu machen, oder was in der Art, und die 400D wird wieder so vernachlässigt wie damals die 300D.

Oder auch nicht, setzten die Kleinen nach, und meinen damit: wenn ich mit dem 12-24 unterwegs bin, brauche ich vielleicht auch Brennweiten darüber, ohne immerzu das Objektiv wechseln zu müssen, was ich tatsächlich hasse. Außerdem stört es auch nicht, daß die 400D mit ihren 18-55 mm auf Kleinbild zu 28,8 bis 88 mm Brennweite hat, und nicht, wie bei der D200, 27 bis 82,5 mm, also erst später einsetzt, weil das 12-24 ja 18 bis 36 mm auf Kleinbild ist, also eine überlappung gegeben ist.

Und, fügen die Kleinen an, sei ehrlich: du warst doch auch gern mit zwei Kameras unterwegs, oder?

Ja, das stimmt schon, das hat auch was, selbst wenn damals meine Arbeit nicht erleichtet hat, weil sich die Kameras zu ähnlich waren.

Das wäre aber bei D200 mit 12-24 und 400D mit 18-55 anders. Um ehrlich zu sein, hab ich schon überlegt, ob ich meine D70, die ich meinem Bruder geschenkt habe, nicht zurückholen und meinem Bruder eine kleinere kaufe. Aber die Bildquälität der D70 seht der der D200 nach, insofern wäre die D70 keine wirkliche Erweiterung der D200: man würde vermutlich den vermeintlichen Objektivwechsel als einen Kamerawechse erkennen.

Bei einer D40 oder D40x wäre das wohl nicht der Fall. Aber wenn ich mir vorstelle, ich kaufte mir eine D40(x), fühle ich mich nicht wohl. Vielleicht weil die Kleinen sie nicht wollen, und um die geht es ja, denn ich, der erwachsene Seelenteil, komme gut damit zurecht, nur mit einer Kamera unterwegs zu sein.

Jedenfall so lange die zweite Kamera nur den Objektivwechsel spart, aber keine anderen Aufnahmen ermöglicht, wie es eine digitale Vollformat tun würde, mit der ich endlich auch digitale runde Fisheye-Bilder machen könnte.

 

Ob ich jedoch überhaupt noch einmal eine Canon kaufe, ist offen, denn ich fotografiere gern mit der Nikon, und wenn es für Objektive gäbe, die den Nachteil der Brennweitenverlängung ausgleichen, brauche ich keine Vollformat.

Mein 12-24 ist ein kleiner Anfang. Ein Achtmillimeter wäre auf Kleinbild ein Zwölfmillimeter - mehr gibt es für die Canon EOS 5D derzeit auch nicht (viel mehr wird wohl auch gar nicht erstrebenswert sein, es sei denn, man steht auch Fisheyekrümmungen). Und wie ich gelesen habe, arbeitet eine Firma an Fisheyes, die auch an den Crop-Kameras (das sind die mit einer Brennweitenverlängung gegen über Vollformat) ein rundes Bild mit 180 Grad Blinkwinkel liefern werden.

Außerdem soll Nikon auch an Vollformat-Digitalen arbeiten.

Ich muß also nur etwas Geduld haben. Aber genau das fällt meinen Kleinen immer sehr schwer. Im Grunde haben sie gar keine Geduld.

Meine Kleinen haben mich auch zu meinem Busfahr-Praktikum bei Havelbus gebracht, noch ehe mir als Erwachsener richtig klar war, auf was ich mich einlasse.

Kaum war ich zwei Tage nicht mehr in meinem ersten Praktikum, haben sie mich schon zum zweiten gezerrt.

[nach oben]


Sonntag, 19. August 2007

[19.08.07, so, 7:30]

Quelle verkauft nicht nur die Nikon D200 (mit 18-70 mm für 1799,00 Euro, ohne Objektiv für 1499 Euro), sondern auch die Nikon D2Xs für 4689 Euro (ob mit ohne Objektiv läßt sich nicht entnehmen; Produktfoto mit Objektiv).

Interessiert mich jedoch nicht sonderlich, weil ich ihren Kauf nie erwogen habe.

[nach oben]


Mittwoch, 22. August 2007

[22.08.07, 10:00]

Nachdem ich gestern wieder einmal auf dem Arbeitsamt war (mußte einen Termin wahrnehmen), fuhr ich danach mit der Straßenbahn (Tageskarte Potsdam AB für 3,90 Euro) zum Media-Markt im Stern-Center, um Nikon D40 und D40x eingehender zu betrachten.

Während ich das tat, blieb ich einmal irgendwie mit meinen Fingern an der Abdeckung des Schachtes der SD-Speicherkarte hängen und öffnete sie aus Versehen.

Ich untersuchte die Sache: die Klappe ich noch immer einfach nur umgeklappt wie bei der D70. Daß sie nicht wie bei der Nikon D200 durch einen Riegel gesichert ist, erwarte ich nicht, aber nicht einmal eine ßFedersicherungß (man muß die Klappe erst zum Kamera drücken, um sie aufschieben zu können) wie bei der Canon 400D ist vorhanden.

Des weiteren fiel mich auf: die Batterie der Canon 5D, 30D und 400D sind nicht nur durch die Klappe des Batteriefaches gesichert, sondern zusätzlich durch einen Hacken direkt über der Batterie (Akkufachverriegelung), den man beiseite schieben muß, nachdem der Deckel geöffnet wurde, damit die Batterie leicht herausgeschnippt wird (hat nicht einmal die D200).

Außerdem arbeitete der Autofokus der D40 bei gleichem Objektiv deutlich langsamer als der der D40x. Damit war klar, daß die D40 nicht in Frage kommt. Da der Preis einer D40x und einer 400D gleich ist, scheidet auch die D40x aus.

[nach oben]


Donnerstag, 23. August 2007

[23.08.07, do, 12:30]

Nikon hat seine erste digitale Vollformat-Kamera (entspricht Kleinbild: 36 x 23,9 mm) vorgestellt und wird sie ab November 2007 verkaufen: Nikon D3.

Sie hat Aussehen und Größe ungefähr wie die Nikon D2X(s), und soll ohne Objektiv knapp 5.000 Euro kosten.

Der Vollformat-Sensor - Nikon nennt das Format FX - ist eine Neuentwicklung, der ISO-Werte bis 25.600 ermöglicht, wobei ISO 200 bis 6.400 der Grundempfindlichkeit entspricht, die in mehreren Stufe auf ISO 100 abgesenkt oder auf ISO 12.800 bzw. 25.600 angehoben werden kann.

Außderm hat Nikon unter anderem neue, für den FX-Sensor entwickelte Objektive vorgestellt: Weitwinkel-Zoom Nikkor 14-24 mm, kleinste Blende 2,8 sowie das Standard-Zoom Nikkor 24-70 mm, kleinste Blende 2,8 - beide sollen auch im November 2007 verkauft werden und knapp 1.900 bzw kann 1800 Euro kosten.

Weiterhin kann man auch alte Nikkor-Objektive an der D3 nutzen, so wie man das von der D200 gewohnt ist.

 

Diese Meldung hat bei mir eingeschlagen wie eine Bombe, habe ich mir doch schon sehr lange gewünscht, einen Vollformat-Digitale auch von Nikon bekommen zu können.

Daß Fotos zusätzlich auch bei unvorstellbaren ISO-Werten möglich sein sollen, ist für die die größte überraschung, weil Nikons Canon-Digitalen im Rauschen sichtbar unterlegen waren.

Für mich, der ich sehr viel bei wenig Licht fotografiere, bedeutet das, alle meine Gründe, zu Canon zu wechseln, mit der Nikon D3 hinfällig geworden.

(Alle meine Gründe sind: Vollformat wegen digitaler Aufnahmen mit einem runden Fisheye und Superweitwinkelaufnahmen sowie brauchbare Aufnahmen bei mindestens ISO 3200, so daß ich auch nachts bei Straßenbeleuchtung ohne Stativ fotografieren kann.)

DANKE, Nikon!

 

Selbstverständlich ist nicht gesagt, ob ich jemals eine D3 mein eigen nennen werde. Aber ich freue mich sehr, nicht mehr zu Canon wechseln zu müssen, um für spezielle Aufnahmen gerüstet zu sein, obwohl ich lieber mit Nikon fotografiere.

[nach oben]


Freitag, 24. August 2007

[24.08.07, fr, 17:45]

Heute hat die Post gebracht: Herman Melville ßMoby-Dick; oder: Der Walß, übersetzt von Friedhelm Rathjen, herausgegeben vom Verlag Zweitausendeins.

Seit einige Zeit las ich wieder in meiner Ausgabe, der die übersetzung von Thesi Mutzenbecher und Ernst Schnabel zu Grunde liegt, die ich seit 1995 besitze.

Wie ich es auch bei anderen im Original englischsprachigen Büchern gern tue, habe ich eine Ausgabe mit dem Text des ersten (amerikanischen) Druckes bestellt. Aber schon im ersten Satz ...

Aus

ßCall me Ishmael.ß

wird

ßNenn mich meinethalben Ishmael.ß

Also hab ich mich umgesehen, welche übersetzungen es noch gibt, und als ich Auszüge der Rathjen-übersetzung gelesen habe, habe ich sie bestellt, weil sie noch nah wie möglich am Original geblieben ist, darauf verzichtet hat, Melvilles Text ßlesbarerß zu machen.

Nebenbei fühlte ich mich beim Lesen der Auszüge an meine ßSturm- und Drangß-Zeit erinnert, als ich auf mich keine Rücksicht nahm, mich auch die Gefahr des Wahnsinn nicht abschreckte, sondern meine Gedanken und Gefühle so aus mir strömen ließ, wie sie gerade in mir entstanden waren, um mich zu beglücken und die Welt zu retten, vor dem Untergang zu bewahren.

Als vor 15 Jahren mit dem Trinken aufhörte, glättete ich zusehens meine Seele, weil ich zu sehr Angst hatte, mich in den Tiefen des großen und meines eigenen Universiums zu verlieren, nachdem ich meine unfaßbaren Geister in meiner Musik beschworen hatte.

Ich wurde für mich und andere verträglicher, wurde pflegeleicht - soweit man mich mit diese Eigenschaft überhaupt beschreiben kann -, verlor aber auch Stück für Stück genau das, was mich auszeichnet, mich unverwechselbar und einmalig macht.

Beim Lesen der Rathjen-übersetzung wurde mir bewußt: die letzten Jahre habe ich fast ausschließlich für mein Glück gewirkt, indem ich mich ßglätteteß, geradeso, wie die meisten ßMoby-Dickß-übersetzer den Text lesenfreudlicher machten, ihm damit aber ein großes Stück Einzigarigkeit nahmen, weil sie und/oder ihre Verleger glaubten, das Erhaltenswerteste sei die Geschichte über Moby-Dick, weshalb man die Art der Erzählung nivelliere könnte, ohne der Sache selbst zu schaden. Dabei macht aber gerade Melville Art und Weise einen sehr großen Reiz des Buches aus.

Glücklicherweise gibt es genug ßverschönteß Ausgaben von ßMoby-Dickß, so daß Rathjen seine Realitätsschocks auslösende übersetzung in Auftrag gegeben und abgeschlossen werden konnte.

Oder: glücklicherweise gibt es genug ßvernünftigeß Menschen, so daß ich meine Verrückheit wiedererwecken und pflegen kann.

Klar ist mir nach meinem Busfahr-Praktikum geworden: als braver Busfahrer werde ich meine Entsprechnung nicht verwirklichen können, auch wenn ich hin und wieder ein guter Busfahrer sein kann, aber eben auf keinen Fall ausschließlich, sondern nur als Ergänzung, vielleicht, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, um mich meinen Extras genüßlich widmen zu können.

Amen.

 

[19:45]

Nachdem gestern die Nachricht über das Erscheinen Nikons D3 auch bei mir eingeschlagen hat, wollte ich eigentlich bei Quelle meine Bestellung des Objektives Nikkor 12-24 mm stornieren, hab dann aber davon abgesehen, weil weder heraus ist, ob Quelle jemals D3 verkauft noch ob ich mir sie (wenigstens) auf Ratenzahlen leisten kann.

Eben hat ich nochmal Fotos mit meinen Fisheye 16 mm an meiner D200 angesehen, deren Blickwinkel ungefähr der von 12 mm an Crop darstellt. Da blickt man schon ganz schön breit - mit dem 12-24 allerdings ohne krumme Linien.

Ich werde also das 12-24 ausprobieren, und es vielleicht auch behalten, zumal ich zur Zeit meine Fotos mit meinem Fisheye 8 mm an Crop durch die sehr krummen Linien nicht mehr sehen kann.

Mit dem 12-24 werde ich deutlich mehr Weitwinkel haben als mit meinem 18-70, nämlich immerhin maximal 18 mm auf Kleinbild, aber keine krummen, höchtens fallende. Das Fisheye 8 mm wird dann nicht mehr ständig als Superweitwinkel mißbraucht.

Daß ein 12-24 an Crop nicht vergleichbar ist mit einem 12-24 am FX-Format (hört sich super an!), ist klar, aber ein Schritt in die richtige Richtung.

[nach oben]


Sonntag, 26. August 2007

[26.08.07, so, 9:00]

Falls mir das Nikkor 12-24 nicht gefällt, unter anderem weil es nur ungefähr einen Blickwinkel hat wie mein Fisheye 16 mm, kann ich es zurück zu Quelle schicken und mir später ein Sigma 10-20 kaufen.

Ein 10-20 an einer D200 blickt wie ein 15 mm an der Canon 5d (fast Kleinbild-Format: 35,8 x 23,9 mm) bzw. an der Nikon D3 (FX-Format: 36 x 23,9 mm).

[nach oben]


Montag, 27. August 2007

[27.08.07, mi, 15:00]

Fast hätte ich bei Quelle eine Canon EOS 30d und ein Canon 10-20 mm bestellt.

Selbstverständlich hab ich mich wieder ausführlich mit der 30d beschäftigt ... Irgendwann wurde ich müde. Da sagte eine Stimme in mir: bestellt doch schnell noch die 5d und das 10-20.

Ich beschäftigte mich jedoch weiter mit der Problematik, immerhin ging es um 2.000 Euro Warenwert und eine montatliche Rate von mindestens rund 54 Euro für vier Jahre, wobei die rund 33 Euro für vier Jahre für das Nikkor 12-24 eigentlich schon zu viel sind, zumal die D300 und die D3 bald erscheinen, beides Kameras, die besser als meine D200 sind.

Nach einige Zeit wurde ich plötzlich wieder munter und - zu meiner überraschung - war mein fester Wunsch, eine 30d und ein 10-20 zu bestellen, verflogen.

Irgendwann bin ich dann ganz ruhig ins Bett gegangen. Während ich lag, spürte ich mein Alter (in meinen durch mein übergewicht gequälten Knien meldete sich der Verschleiß), so als wäre der Kauf einer neuen Kamera ein Jungbrunnen, dessen Quelle nur versiegt ist.

Während ich schlief, träumte ich, keine Zeit zu haben, und wachte auf, bevor ich ausgeschlafen hatte - mit dem Gedanken an eine 30d.

 

[17:30]

Habe sehr schön mit meinem 200 mm mit M42-Anschluß fotografiert.

Teilweise hab ich eine Konverter zwischengeschraubt: aus den 400 mm werden an der D200 druch Brennweitenverlängerung 500 mm!

[nach oben]


Dienstag, 28. August 2007

[28.08.07, di, 9:00]

Obwohl ich mich gestern mit Tele-Fotografie beschäftigt habe und nicht an die Canon 30d, noch nicht einmal an die Nikon D3, von der ich gestern ein tolles Foto mit ISO 5000 gesehen habe, großartig dachte, träumte ich heute nacht immerzu - mir schien es, eine Stimme sprach die ganze Nacht zu mir, um im Unterbewußtsein meinen Willen zu brechen, geradeso als würde ich einer Gehirnwäsche unterzogen: Ach, das wäre doch so schön, wieder einmal zwei Kameras gegeneinander zu testen. Du machst es doch auch immer so gern.

[nach oben]


Donnerstag, 30. August 2007

[30.08.07, do, 14:14]

Wieso denke ich, nur weil ich vor 14 Tagen das Nikkor 12-24 bestellt habe und es hieß, Lieferung in ein bis zwei Wochen, heute würde es die Post bringen?

Wieso denke ich außerdem, daß das Nikkor 12-24 die Bildqualität bei hohen ISO-Werten verbessers wird?

Denke ich ja gar nicht.

Warum hast du es dann bestellt?

Tja, man wird doch wohl träumen dürfen.

Aber hättest du nicht warten sollen, ob die D300 tatsächlich bessere Bilder bei hohen ISO-Werten liefert, denn an der D3, falls du die jemals eine besitzen wirst, wird dir ein DX-Objektiv nicht viel nutzen?

 

[14:40]

Es ist vor allen Dingen eine Frage des Geldes.

Ein Nikkor 12-24 koste bei Quelle 1.200 Euro. Ein Canon 10-20 kostest zwar nur 900 Euro, aber es braucht eine EOS 30D für 1.100 Euro, es sei denn, ich will nur bis 1600 ISO fotografiern, was aber auch so schlecht gar nicht mit meiner D200 kann.

Es stehe sich also 1.200 Euro und 2.000 Euro plus die entsprechenden Zinsen gegenüber.

Und ob ich mit einer Canon 30D glücklicher als mit einer 300D werde, ist nicht gesagt, denn viele Annehmlichkeiten der D200 hatte nicht nur die 300D nicht, sondern hat auch die 30D nicht.

Ganz davon abgesehen, daß ich die D200 weiterhin für meine alten Objektive brauche.

Klar, macht es viel mehr Spaß, mit zwei tollen Digitalen unterwegs zu sein, zumal ich Objektivwechsel unterwegs hasse, aber es ist hauptsächlich eine Frage des Geldes, das ich ausschließlich für meine Leidenschaft ausgeben würde.

Und so schlecht sehen die mit der D200 aufgenommen Fotos bei hohen ISO-Werten nicht aus, wenn ich sie in Bildschirmgröße, was immernoch sehr viel größer als normales Fotoformat ist, ansehe.

Für Bildschirmgröße brauche ich diese Fotos nicht einmal zu entrauschen.

Ganz nebenbei: jetzt ein Objektiv im DX-Format zu kaufen, da ich eigentlich schon lange eine Digitale im Vollformat oder FX-Format, wie Nikon sein digitales Kleinbildformat nennt, haben möchte, ist nicht viel durchdachter als neben der D200, die im Grunde nur eine Schwäche hat, nämlich schlechte Bildqualität bei hohen ISO-Werten, eine Canon 30D zu nutzen, die auch keine Kamera mit Vollformatsensor ist, sondern nur bessere Bilder bei hohen ISO-Werten liefert, aber keine ISO-Automatik hat, nur schlecht mit meinen alten Objektiven arbeitet, weder staub- noch spritzwassergeschützt ist.

 

Aber Objektive von Canon sind meist billiger - zumindest bei Quelle, wo du auch die nächsten Jahre einkaufen wirst -, wie der Vergleich nicht nur zwischen Nikkor 12-24 und Canon 10-22, sondern auch zwischen Nikkor 17-55 für 1.650 Euro und Canon 17-85 für 780 Euro zeigt.

Trotzdem sind 2.000 Euro viel mehr als 1.200 Euro.

Wir alle wollte doch schon lange auch eine Canon EOS 1 haben, haben sie aber nie gekauft, weil wir nicht mehr in analoge Technik investieren wollen. Eine 30D würde diese, unseren Traum auch befriedigen, weil sie fast aussieht wie eine EOS 1: Größe paßt, Daumenrad vorhanden.

Ja, das ist das einzige Argutment, gegen das ich nicht vorbirngen kann. Ich weiß, unsere Triebkraft ist das Erfüllen unserer Wünsche, das Streben, immer wieder ein Stück glücklicher zu werden, unserer Vorstellung eines zufriedenen, ausgefüllten Lebens immer wieder etwas näher zu kommen.

So sinnlos es auch erscheinen mag, die gleichen Fotos mit zwei teuren und im Grunde gleichwertigen Kameras zu machen, so sehr hat uns immer schon, seit wir uns erinern können, Vergleichen, Testen sehr viel Spaß gemacht.

Eigentlich müßten mir uns nicht nur ein Nikkor 12-24, sondern auch eine Canon 30D und ein Canon 10-22 kaufen.

JA! Genauso ist es!

Amen.

 

[15:20]

Ja, auch das könnten wir uns leisten, wobei es dieses Jahr aber hart würde, ab nächstes Frührjahr dann leichter, weil andere Verpflichtungen erledigt sind.

Aber so sehr müssen wir uns unserem Traum nicht annähern: Wenn eine 30D und ein 10-20 geordert werden, ist ein 12-24 nicht nötig. Nicht zuletzt auch deshalb, weil das 12-24 an der D200 einen Blickwinkel von 18 mm entsprechend Kleinbildformat liefert, ein 10-22 an einer 30D jedoch 16 mm. Diese zwei Grad bewirken viel.

Kann also gut sein, ich werde mit dem 12-24 gar nicht zufrieden sein, weil es zwar einen bessere Bildqualität als mein Fisheye 16 mm liefert, aber keinen größeren Blickwinkel. Insofern wäre das 12-24 nicht sehr clever eingekauft.

 

[15:40]

Selbstverständlich wäre ein Sigma 10-22 an der D200 noch besser, nämlich entsprechend Kleinbild 15 mm. Aber bei Quelle gib es keine Sigma-Objektive.

Aber eine Kamera, stattlich wie eine EOS 1, hätten wir dann immer noch nicht.

 

[16:30]

Hab bei Quelle (15 Uhr 52) die Bestellung eines Nikkor 12-24 mm storniert, dafür die für eine Canon 30D und ein Canon 10-22 aufgegeben.

Außerdem hat zwischenzeitlich mein Bus-Freund angerufen und mich zur einer Fahrt übers Wochenende in den Bayrischen Wald eingeladen.

 

[19:30]

Wie ich auf dpreview.com lese, sind ISO 3200 der D200 bei der 30D tatsächlich ISO 4000.

Trotzdem rauscht die 30D bei ihren höchsten ISO-Wert deutlich weniger als die D200.

Wenn ich jetzt mit der D200 und einem Objektiv 50 mm und Lichtstärke 1,8 bei ISO 3200 meine nächtlichen Lieblingsmotive gerade so mit 1/10 oder 1/8 Senkunden ablichten kann, um dann ein realistisch dunkles Bild zu erhalten, sollte sollte das Foto bei gleichen Objektiv mit der 30D heller werden oder ich kann auch verwacklungsfrei fotografieren, wenn es noch dunkler ist.

 

[19:50]

Ich bin sehr erleichtert, daß meine seit vielen, vielen Tagen dauernden, innere Kämpfe endlich ausgetragen sind.

Wie mir jetzt, da alle beteiligten Parteien zufrieden sind und die Waffen niedergelegt haben, bewußt wird, ging es nicht nur um eine Kamera oder ein Objektiv, sondern auch um eine Lebenshaltung: immerzu hoffen, hoffen, hoffen, statt Dinge zu tun.

Als ich die D200 kaufte, hatte ich keine Ahnung, daß mich deren schlechte Bildqualität bei hohen ISO-Werten so sehr beschäftigen und ärgern würde, immerhin rauschten mit der digitalen Einsteiger-Kamera D70 bei Höchstwert ISO 1600 aufgenommene Fotos so sehr nicht.

Daß ich von der rund zwei Jahre später erschienenen D200 als Bindeglied zwischen Einsteiger- und Profi-Kamera mehr Qualität erwarten durfte, sollte nicht naiv sein. Aber, das zeigen heutige Vergleiche, selbst bei ISO 1600 rauschen mit der D200 aufgenommene Fotos teilweise mehr als die mit der D70 aufgenommenen.

Fotos mit beiden ISO-Höchstwerte (D70: ISO 1600, D200: ISO 3200) zu vergleichen, ist Gotteslästung, wollte ich spontan sagen, so sehr rauschen Fotos der D200 bei ISO 3200: man fragt sich, warum die D200 nicht bei ISO 1600 begrenzt wurde.

 

[22:30]

Gut, daß ich mich für die 30D entschieden habe, nicht auf die 40D oder die D300 oder D3 warte, denn etwas heute zu tun, ist besser, als auf morgen zu warten, ohne zu wissen, ob es besser wird, es nur zu hoffen.

Außerdem hab ich nicht vor, meine D200 zu verkaufen. Ich bin überzeugt, beide Kameras ergänzen sich gut.

[nach oben]


Freitag, 31. August 2007

[31.08.07, fr, 10:30]

Meine Bestellung bei Quelle (Canon EOS 30D und Canon EF-S 10-22 mm) hat bereits den Status: ausgeliefert.

Ob die Ware heute noch bei mir ankommt? Wohl eher nicht. Aber ich wurde auch schon von der Schnelligkeit einer Lieferung überrascht.

Allerdings hab ich erst gestern nachmittag bestellt. Ich denke, heute morgen wurde verpackt und der Post übergeben. Vielleicht kommt das Paket morgen oder am Montag an.

Am Wochenende bin ich ohnehin unterwegs mit meinen Bus-Freund in den Bayrischen Wald. Trotzdem würde ich mich sehr freuen, wenn ich schon morgen Kamera und Objektiv bekäme, dann kann ich noch vor der Reise, die erst gegen 20 Uhr beginnt, erste Fotos machen, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist.

 

[10:45]

Ich bin so aufgeregt. Ich trau mich gar nicht, das Haus zu verlassen, weil ich ßweißß, daß schon heute das Paket ankommt. Dabei wäre ein kleiner Spaziergang aber gut, um mein Blut wieder einmal in Schwung zu bekommen, damit ich zur Wochenendefahrt in Form bin.

 

[20:00]

Ist nicht mehr angekommen.

Ist aber nicht schlimm, denn ich war zweimal draußen und habe tolle Fotos gemacht.

[nach oben]