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Tagebuch, Juli 2004

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Donnerstag, 1. Juli 2004

[01.07.04, do, 18:20]

Ich übe sehr intensiv für die Statistikklausur am 12. des Monats.

Dadurch bin ich teilweise sehr mißgestimmt, weil ich nicht gern rechne.

Je mehr ich rechne, desto unvollkommener fühle ich mich, weil ich beim Rechnen nur sehr wenige Teile meines Hirn und meiner Seele brauche. Die anderen "sehen zu" und fühlen sich überflüssig.

Um wieder als Ganzes, nicht nur als mathematischer Teil zu leben, höre ich meinen Titel 040312 - in der vollständigen Version von 92 Minuten Länge! (In gekürzten Versionen können Sie ihn derzeit auf Meine neue Musik herunterladen.)

 

Zu Beginn des Titels scheine ich ziemlich wütend und tobe mich aus - das paßt sehr gut zu meiner jetzigen Stimmung.

Während ich ihn höre, grinze ich vor mich her und freue mich, auch andere Gefühle als NULL (0 -> off) und EINS (1 -> on) zu haben.

 

He ja, ich LEBE noch!

Nichts von meiner vielfältigen und schönen Seele ist verloren!

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Freitag, 2. Juli 2004

Habe mir Würfel gekauft.

Um zu sehen, wie wahrscheinlich Aussagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung sind.

 

Eigentlich sollte man beim Werfen eines Würfels spätenstens nach sechs Würfen eine Sechs erhalten. Ich brauchte sieben.

Eigentlich sollte man beim Werfen zweier Würfeln spätestens nach drei Würfen eine Sechs erhalten. Ich brauchte zwei.

Eigentlich sollte man beim Werfen zweier Würfeln spätentens nach 36 Würfen eine Doppelsechs erhalten. Ich brauchte 29 im ersten Durchgang, 38 im zweiten.

Eigentlich sollte man beim Werfen zweier Würfeln spätestens nach sechs Würfen eine Doppelzahl erhalten. Ich brauchte sieben und warf auch nur vier Doppezahlen in 36 Würfen.

 

Soweit Theorie und Praxis.

 

Aber vielleicht sagt die Wahrscheinlichkeit ein Sechstel auch gar nicht "nach spätestens sechs Würfen" aus, sondern eben nur "ein Sechstel der Würfe" und ist somit die theoretische Möglichkeit des zufälligen Eintretens eines Ereignisses.

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Montag, 5. Juli 2004

[05.07.04, mo, 19:30]

Heute habe ich mich nach der Statistikvorlesung mit einer netten (niederländischen) Kommilitonin über ihre Doktorarbeit unterhalten.

Daß auch Menschen, die nach einem Unfall nur noch eine Hirnhälfte haben, im Leben unauffällig sind und es meistern, macht mich zuversichtlich, die vermutlichen Schäden meines Hirn durch die erzwungenen Benutzung der falschen Hand (siehe "Umgeschulter Linkshänder") heilen bzw. ausgleichen zu können.

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Dienstag, 6. Juli 2004

[06.07.04, di, 18:00]

So sehr wie heute habe ich mich schon sehr lange nicht mehr auf meinen Geburtstag gefreut!

Ich bin sehr glücklich und stolz auf mich. Ich fühle, die besten Jahres meines Lebens noch vor mir zu haben.

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Mittwoch, 7. Juli 2004 - mein 45. Geburtstag

[07.07.04, mi, 0:00]

Wegen meines 45. Geburtstages bin ich so aufgeregt, daß ich nicht eingeschlafen bin, obwohl ich schon seit über einer Stunde müde im Bett liege.

Meine Kleinen wollten mir unbedingt als erste zum Geburtstag gratulieren.

 

[0:25]

Nachdem ich etwas Apfelkuchen und Eis gegessen habe, las ich in dritten Band von Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" auf Seite 2773 meiner Suhrkamp-Ausgabe:

Von den verschiedenen Personen, die unser Ich ausmachen, sind nicht die die wesentlichsten, die man zunächst gewahrt.

Nach diesem Satz legte ich das Buch beiseite und freute mich, daß auch Marcel Proust sein Ich aus mehreren Personen bestehend sah.

 

Die große Freunde meiner Kleinen hat sich nach unserer kleinen Geburtstagsfeier gelegt, so schlafe ich mit dem Gedanken, welche Personen meine wesentlichsten sind, ein.

 

[4:15]

Der Alltag hat mich erfaßt: ich stehe endlich auf, um Zeitungen auszutragen.

Ich bin so müde und so in Eile, daß ich nicht mal denken kann: zum Geburtstag sollte ich aber ausschlafen können.

 

[11:21]

Habe meine Eltern auf dem Grundstück angerufen und ihnen für die Wünsche zu meinem Geburtstag und ihre Unterstützung gedankt.

Meinem Vater, mit dem ich telefonierte, habe ich mehrmals und ausdrücklich für die elterliche Unterstützung gedankt.

Wenn ich mich auf meinen 45. Geburtstag gefreut habe, auf meine Erfolge stolz bin und glücklich über mein Gefühl, eine noch bessere Zukunft zu haben, danke ich auch immer innerlich meinen Eltern für ihre finanzielle und moralische Unterstützung, ohne die ich auf meinem Weg der Gesundung längst nicht so weit gekommen wäre.

 

[11:36]

Ich verlasse das Haus, um zu laufen.

Auf meinen heutigen Lauf freue ich mich schon seit gestern: das viele Üben für Statistik hat mich ausgelaucht und meinen Körper gestaucht. Der Lauf wird eine Sauerstoffdusche und eine Streckbank für mich sein.

 

[12:25]

Ich bin zurück vom Lauf 310.

 

[18:00]

Während der Statistikübung war ich zwar etwas müde, aber gut in Form. Sollte ich sie am Montag zur Klausur haben, besteht die Gefahr, daß ich die Klausur bestehe, zumal der Dozent heute sagte, an der Zeit sollte die Lösung der Aufgaben bei keinem scheitern.

Darauf bin ich nicht vorbereitet. Ich habe bisher daraufhingearbeitet, soviel Aufgaben wie möglich richtig zu lösen, ohne zu glauben, das ungeheure Persum der vorherigen Klausuren zu schaffen.

Sollte es in der bevorstehenden Klausur nicht wieder ums Schnellrechnen gehen, sondern um das Aufzeigen von Zusammenhängen, würde mir das entgegenkommen. Allerdings bin ich noch nicht auf diese Art der Klausur vorbereitet.

Das finde ich alles sehr aufregend!

 

[20:00]

Ich hatte mich noch etwas hingelegt.

Auch wenn ich nicht geschlafen habe, habe ich mich wieder beruhigt, so daß ich jetzt wieder klare und gerichtete Gedanken fassen kann und nicht mehr von ihnen gejagt werde.

 

[21:00]

Ich werde noch etwas in einem meiner in Fraktur gedruckten Bücher lesen. Latische Buchstaben kann ich heute nicht mehr sehen. Die erinnern mich zu sehr an Arbeit.

Schade, daß ich "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" nicht in einer in Fraktur gedruckten Ausgabe habe habe.

 

[22:00]

Otto Funkes "Reisegedanken und Gedankenreisen eines Emeritus" haben mich aber auch sehr erheitert und entspannt.

Mit folgenden Worten auf Seite 139 ließ ich den Abend meines 45. Geburtstages ausklingen:

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Donnerstag, 8. Juli 2004

[08.07.04, do, 11:00]

Als ich eben mit meiner Vorbereitung für die Statistikklausur fortfahren wollte, habe ich schon beim ersten Blick auf die Materialien starke Kopfschmerzen bekommen.

Ich will mich wenige Tage vor der Klausur nicht mit mir anlegen und auf keinen Fall wieder eine völlige Gedächtnisblockierung provozieren und habe deshalb die Vorbereitung abgebrochen.

Ich werde in mich hineinhören, um herauszufinden, was ich toll sollte, damit ich keine Widerstände in mir aufbaue.

 

[16:00]

Habe einige Seiten von "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" abgeschrieben und in Fraktur gesetzt, so daß ich die gedruckten Seiten zeilenidentisch wiedergeben, allerdings in der Schrift DS-Normal-Farktur.

Liest sich sehr gut. Vielleicht veröffentliche ich die fünfeinhalb Buchseiten demnächst.

 

[20:00]

Da ich in den bis Montag verbleibenden Tagen meine Seele nicht mehr auf einen Klausurerfolg optimal vorbereiten kann, habe ich mich entschlossen, mich auf die Klausur so vorzubereiten, als wäre ich mich mit einem beliedigen, mich interessierenden Sachverhalt beschäftigen: ich beschäftige mich einfach so lange mit der Thematik, bis ich sie verstanden habe.

Damit entspreche ich in gewisser Weise auch der Vorstellung des Dozenten, der in der letzten Übung vor der Klausur sagte, wir sollte uns nicht so sehr auf die Klausur an sich konzentrieren, sondern versuchen, die Materie zu verstehen und zu verinnerlichen.

Sollte ich bei der Klausur mehr Erfolg als erwartet haben, werde ich mich nach der Klausur eingehend und ausreichend mit der daraus für mich entstandenen Problemen beschäftigen. So ausreichend, daß ich, wenn es nötig ist, tagelang nicht anderes tut, als meine Seele zu pflegen, zu streicheln.

Das habe ich mir versprochen.

Mehr geht nicht. So kann ich mir zum Beispiel nicht zusichern, nach der Klausur keine Krise zu bekommen. Aber, falls ich eine bekomme, werde ich für mich dasein, so lange und so intensiv, wie es nötig sein wird.

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Freitag, 9. Juli 2004

[09.07.04, fr, 6:00]

Habe nach der Zeitungstour im Vorlesungsskript übers Hypothesentesten gelesen, um ein tieferes Verständnis zu erlangen, nicht einfach nur irgendwelche Aufgaben lösen zu können.

Hat mir viel Spaß gemacht!

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Samstag, 10. Juli 2004

[10.07.04, sa, 0:30]

Obwohl ich erst wenige Stunden geschlafen habe, bin ich bereits wieder aufgewacht, weil ich munter bin. Oder bilde ich es mir nur ein?

 

[2:45]

Vor der Zeitungstour werde ich mich nicht mehr hinlegen.

 

[5:50]

Jetzt gehts aber ab ins Bett ...

 

[13:40]

Ich habe bis eben geschlafen.

 

[16:30]

Leider schaffe ich es nicht mehr, mich nach meinen Vorstellungen auf die am Monatag stattfindene Statistikklausur vorzubereiten: zu groß sind meine Wissenslücken.

Deshalb konzentriere ich mich in meiner Vorbereitung darauf, meine Unterlagen zu ordnen und zu ergänzen, Füller zu füllen, Blätter vorzubereiten.

Vorgenommen habe ich mir bereits vor der Klausur, nicht wieder bis zum Beginn des nächsten Semesters mit Statistik zu pausieren, sondern Stück für Stück meine Wissenslücken aufzufüllen und mein vorhandenes Wissen zu festigen, damit ich in Statistik 2 nicht wieder bei fast Null anfangen muß.

Ich gehe also mit Statistik ebenso um wie mit dem Laufen: Ich würde auch nicht mehrer Monate auf Läufe verzichten, nur weil ich eben einen schwierigen Wettkampf betritten habe.

 

[22:50]

Ich habe noch in meinen Statistikauszeichnungen gelesen, weil ich mich - scheinbar auch unabhängig von den Anforderungen in der Klausur - bestimmte Zusammenhänge interessieren.

Jetzt werde ich schlafen - immerhin bin ich seit 13 Uhr 40 munter und habe heute keinen Nachmittagsschlaf gehalten.

Fand ich sehr angenehem, nicht laufend müde zu sein.

 

[23:00]

Ich bin übrigens sehr entspannt: mein Blutdruck beträgt 129/83 bei Puls 57.

Über eine Jahr, nachdem ich lernte, mit der linken Hand zu schreiben, schreibe ich so gut und schnell wie bei der letzten Klausur mit der rechten Hand. Ich sollte also durch das Schreiben an sich während der Klausur keine Probleme bekommen.

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Sonntag, 11. Juli 2004

[11.07.04, so, 4:45]

Ich habe fast sechs Stunden ohne Unterbrechung geschlafen.

Das freut mich, weil ich die letzten Tage oft mehrmals in der Nacht durch innerer Unruhe aufwachte.

 

[6:05]

Ich lege mich wieder hin.

Bevor ich einschlafen werde, lese ich noch etwas in meinen Statistikauszeichnungen. Die finde ich die letzten Tage viel interessanter als Nachrichten, von wo auch immer auf der Erde sie stammen. Deshalb lese ich nach der Zeitungstour lieber etwas über Statistik als die Tageszeitung.

 

[19:30]

Habe mich eben naßrasiert, während Klaviermusik gespielt wurde.

Beides hat mich sehr schön entspannt.

 

[21:00]

Obwohl ich mir vorgenommen hatte, heute nicht Statistik zu üben, habe ich einige, teilweise neue Aufgaben gerechnet und meine Aufzeichnungen ergänzt.

Allerdings habe ich es nicht übertrieben. Beim Laufen würde man Intervalltraining nennen, was ich heute getan habe: bevor es beginnt, wehzutun, habe ich abgebrochen und mich erholt, um nach der Pause fortzufahren.

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Montag, 12. Juli 2004

[12.07.04, mo, 3:30]

Der Wecker hat mich aufgeweckt.

Als ich höre, daß es stark regnet, stelle ich seinen Weckzeiger auf 4 Uhr und schlafe wieder ein.

 

[4:00]

Es regnet noch stark. Ich lasse mir Zeit beim Waschen und Anziehen.

 

[4:30]

Der Regen hat nachgelassen.

Das passiert meist, wenn die Sonne aufgeht. Als wenn die aufsteigene Sonne die Regenwolken vor sich herschiebt.

 

[6:15]

Während der Zeitungstour bin ich nur wenig naß geworden.

Habe allerdings das erste Mal starke Anspannung wegen der heute am späten Nachmittag stattfindenen Statistikklausur an sich, nicht wegen ihren eventuellen Folgen gespürt.

 

 

[10:15]

Es regnet noch immer. Ich habe leichte Kopfschmerzen.

Ob durch das verregnete Wetter oder durch meine Anspannung, kann ich nicht sagen.

Ich werde mich gleich noch einmal mit t-Tests beschäftigen, um meine stoffliche Vorbereitung auf die Klausur abzuschließen.

 

[10:45]

Ich habe starke Kopfschmerzen, die, so empfinde ich, jedoch vom verregneten Wetter kommen, nichts mit der anstehenden Klausur zu tun haben.

 

[12:00]

Meine Vorbereitung ist abgeschlossen.

Jetzt gönne ich mir noch etwas Ruhe, bis ich kurz nach 16 Uhr das Haus verlassen werde.

Nachher werde ich nur noch meine Tasche packen ...

Wenn ich dann nach einem Nachmittagsschläfchen zur Uni fahre, um die Statistiklausur zu schreiben, verläuft meine heutiger Tag so wie meine letzten Tage - nur daß ich nicht zu Hause, sondern an der Uni Statistikaufgaben löse.

Die letzten Tage habe ich ganz bewußt meinen Tagesablauf so gestaltet, daß sich seine Ruhe- und Arbeitszeiten mit denen am Tag der Klausur decken.

So ist die Klausur keine Belastung zu einer ungewohnten Zeit, sondern nur an einem anderen Ort - wobei ich den Ort kenne.

 

[14:05]

Mein Nachmittagsschlaf ist beendet.

Ich werde gleich etwas essen, dann meine Tasche packen und mich langsam zur Abfahrt vorbereiten.

 

[15:25]

Es regnet nicht mehr, die Sonne scheint verhalten.

Ich werde etwas vor der Zeit das Haus verlassen und noch etwas spazierengehen.

 

[15:40]

Ich gehe los, ungefähr 25 Minuten vor der Zeit.

 

[19:50]

Ich bin zurück.

Ob ich die Klausur bestanden habe, kann ich nicht einschätzen, aber in allen anderen Punkten meiner speziellen Vorbereitung war ich erfolgreich.

Ich konnte mich gut auf die Aufgaben konzentrieren, hatte mein Wissen griffbereit und genügend Kraft, ohne Unterbrechung die gesamte Zeit zu arbeiten.

Was ich zuhause beim Üben nicht verstanden hatte, fehlte mir selbstverständlich auch während der Klausur. Auch scheint es mir, daß ich einige Einschätzungen falsch traf und deshalb etwas ausrechnete, was nicht gefragt war.

Aber alles in allem hat sich meine Vorbereitung ausgezahlt und ich war in sehr vielen Teilbereichen erfolgreich.

Ich bin sehr glücklich und sehr stolz auf mich.

Die heutige Statistikklausur war die beste, die ich jemals schrieb. Ich freue mich schon aufs nächste Semester und auf die nächste Statistikklausur.

Daß ich das noch einmal sagen würde ... Kaum zu glauben, aber wahr.

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Dienstag, 13. Juli 2004

[13.07.04, di, 15:00]

Die Klausur verlief für mich jedoch nicht so einfach, wie es vielleicht aussieht.

Als ich die Aufgaben durchaus, wußte ich erst überhaupt nicht, was ich machen sollte. Mir kamen die Aufgaben schwer schwer vor.

Leichte Verzweiflung machte sich breit, und ich dachte: was solls, es ist eben wieder zu schwer für mich, ich muß mich nicht quälen, und war kurz davor, meine Sachen zu packen und den Raum zu verlassen.

Dieser Gedanke erschreckte mich, und ich sagte mir, ich könnte doch das machen, was ich machen würde, würde ich dieselben Aufgaben zu Hause lösen.

Dann fing ich an und arbeitet mich Stück für Stück durch die Aufgaben durch, wobei ich mich nicht an nur die löste, bei denen ich einer Vorstellung des Lösungsweges hatte.

Darin varierte ich meine Arbeit gegenüber zu Hause, wo ich die Aufgaben meist in der gestellen Folge löse. Aber zu Hause habe ich auch mehr Zeit.

Als die Arbeiten eingesammelt wurde, hatte ich noch nicht alle Aufgaben bearbeitet. Da meine Kondition noch gut, hätte ich noch einige Zeit konzentriert arbeiten können.

Anfügen sollte ich vielleicht: erst ab ungefähr der Hälfte der Zeit konnte ich mich ungestört auf die Lösung der Aufgaben konzentrieren. In der ersten Hälfte schweiften meine Gedanken oft ab (warum ich mir das antue und so), aber ich sagte mir immer wieder, ich arbeite einfach so, als würde ich zu Hause arbeiten, ich versicherte mir, ich muß hier nichts Neues erfinden oder die beste Klausur schreiben. Eigentlich, so fühlte ich teilweise, ist es so, als würde ich zu Hause arbeiten, nur das mein zu Hause eben jetzt die Uni ist.

Vorübergehend ...

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Mittwoch, 14. Juli 2004

[14.07.04, mi, 18:00]

Habe wieder mal meine Eltern in Berlin besucht.

Ich fuhr heute morgen mit der Straßenbahn um 6 Uhr 12 los (kam gegen 7 Uhr 45 an), fuhr 14 Uhr 50 wieder von Spindlersfeld ab und war gegen 16 Uhr 45 wieder zu Hause.

War schön, meine Eltern wieder einmal zu sehen und zu umarmen.

 

[18:30]

Heute morgen wog ich 103 Kilo. Jetzt wiege ich 106.

Obwohl ich meine Mutter vor meinem Besuch gebeten hatte, mir zum Frühstück nur ein Brötchen aufzubacken, brauchte sie zwei.

Und drei Käsewürstchen und Käse und Wurst.

Das hat alles so lecker geschmeckt, daß ich mich nicht zurückhalten konnte (oder wollte) und schon während des Frühstücks spürte, wie ich einen Freßanfall bekomme.

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Donnerstag, 15. Juli 2004

[15.07.04, do, 19:00]

Meine Arbeit fürs Studium hat mir dieses Semester so viel Freude gemacht, daß ich sie mir jetzt sehr fehlt und ich bedaure, erst wieder Ende Oktober die nächsten Veranstaltungen besuchen werden kann.

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Samstag, 17. Juli 2004

[17.7.04, sa, 21:00]

Die letzten Tag ist es mir nicht gelungen, meine Ernährung wieder auf das normale Maß umzustellen.

Nicht nur jetzt, sondern auch heute morgen wog ich 106 Kilo.

Meiner Mutter habe ich vorhin am Telefon gesagt, beim nächsten Frühstück werde ich wohl ganz stur ein Brötchen essen und alles andere einpacken müssen.

Schien meiner Mutter egal zu sein. Vermutlich glaubt sie nicht, daß ich so stark sein werde.

Zum Glück sind meine Freßanfälle nicht mehr so stark wie früher, als ich erst mit dem Essen aufgehört habe, bis meine Speiseröhre gefüllt war und ich mich nicht mal etwas nach vorn beugen konnte, ohne Essen herauszuwürgen.

Auch esse ich nicht mehr sehr fettig, aber auch ein Fladenbrot ohne Belag hat Energie, die sich gern in meinen Schwimmringen anlagert.

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Samstag, 17. Juli 2004

[17.7.04, sa, 21:00]

Die letzten Tag ist es mir nicht gelungen, meine Ernährung wieder auf das normale Maß umzustellen.

Nicht nur jetzt, sondern auch heute morgen wog ich 106 Kilo.

Meiner Mutter habe ich vorhin am Telefon gesagt, beim nächsten Frühstück werde ich wohl ganz stur ein Brötchen essen und alles andere einpacken müssen.

Schien meiner Mutter egal zu sein. Vermutlich glaubt sie nicht, daß ich so stark sein werde.

Zum Glück sind meine Freßanfälle nicht mehr so stark wie früher, als ich erst mit dem Essen aufgehört habe, bis meine Speiseröhre gefüllt war und ich mich nicht mal etwas nach vorn beugen konnte, ohne Essen herauszuwürgen.

Auch esse ich nicht mehr sehr fettig, aber auch ein Fladenbrot ohne Belag hat Energie, die sich gern in meinen Schwimmringen anlagert.

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Sonntag, 18. Juli 2004

[18.07.04, so, 9:15]

Vorige Woche meinte eine Kollegin, wenn sie noch eine Weile keine Arbeit findet, kann sie ja nach Norwegen auswandern.

Das hat mich veranlaßt, herauszufinden, welche Voraussetzungen man erfüllen muß, um in Norwegen aufgenommen zu werden.

Auf der Homepage trolljenta.net bin ich fündig geworden: die ehemalige Deutsche widmet ausführlich dem Thema "Auswandern nach Norwegen".

Während ich auf ihrer Homepage las, stellt ich mir unvermittelt die Frage, ob ich denn überhaupt nach Norwegen auswandern will.

Zu meiner Überraschung erhielt ich die Antwort Nein.

Schon der Gedanke, mich mit der norwegischen Sprache zu beschäftigen, hat mir nicht gefallen. Ich dachte: "Du hast mit deinem Studium so viel zu tun, da hast du gar keine Nerven, eine fremde Sprache zu lernen."

Wobei ich anfügen möchte: ich hatte ja so richtig noch nie die Idee, nach Norwegen auszuwandern, sondern wollte immer nur meinen Urlaub (als Kontrast zu meinem Leben in Deutschland) verbringen.

Gut waren aber die Gedanken, die ich mir machte, trotzdem: nun weiß ich, daß ich doch lieber in Deutschland bin als ich glaubte.

Mit den Jahren habe ich mir ein schönes Leben eingerichtet und mache fast den ganzen Tag, was für mich, nicht für andere, wichtig ist.

Wohin ich auch auswandern würde - mehr Freizeit (also auch Zeit für mich selbst bzw. für mein Psychologiestudium) kann ich anderswo gar nicht haben, außer ich würde gar nicht arbeiten.

Dann - so klar war mir das bisher gar nicht - bin ich ja ein leidenschaftlicher Stubenhocker: ich bin eben sehr gern zu Hause, lese und schreibe, musiziere, träume - das macht mir viel mehr Spaß, als mich im wirklichen Leben über Berge, durch Wälder oder Großstädte zu schlagen.

Ich habe hier in Potsdam und um Großraum Berlin sehr viel Möglichkeiten, Abenteuer zu erleben, nutze sie aber meist nicht, weil ich zum Beispiel lieber diese Zeilen schreibe als an der schönen Havel am frühen Sonntagmorgen zu laufen.

Nicht, daß ich ungern in der Natur wäre, aber nach einigen intensiven Stunden verlangt es mich, zu verarbeiten und wiederzugeben, was sich in meinen Hirn und meiner Seele in dieser Zeit ereignet hat.

Als ich allein im September 1995 nach Norwegen gefahren war, war ich nach wenigen Tagen so angefüllt, daß ich wieder nach Hause fahren mußte.

Es war wie nach einem sehr guten Essen: man könnte mehr essen, sich richtig den Bauch vollschlagen, aber man würde nicht weiterhin genießen, sondern sich nur abfüllen.

Auch bewußt geworden ist mir, wie sehr ich mein Ringen um meine Gesundung mag und wie gern ich erfolgreich mein Psychologiestudium abschließen will. Beides würde auch in Norwegen nicht einfacher werden.

Sicherlich ist in Norwegen die Natur grandios, aber da ich mir in den letzten Jahren mein Leben hier in Deutschland gut eingerichtet habe, brauche ich, um mich vom Alltag zu erholen, gar nicht mehr einen großen Kontrast.

Aus der Not, seit neun Jahren keinen Urlaub mehr machen zu können, habe ich Stück für Stück meinen Alltag so gestaltet, daß ich Urlaub gar nicht mehr brauche, um mich von meinem alltäglichen Leben zu erholen.

Ich bin also jetzt, in meinem 46. Lebensjahr, glücklicher und freier als ich es jemals zuvor war: warum sollte ich den Ort, an dem ich das erlebe, verlassen, um an einem anderen von vorn zu beginnen?

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Montag, 19. Juli 2004

[19.07.04, mo, 21:00]

Nach langer Zeit (siehe Tagebuch vom 27.10.2002, 17:05) hat meine Homepage wieder ein Favicon.

Mein neues Favicon sieht nicht so schwer aus wie das, was mein Bruder erstellt hat: es ist einfach ein großes A der Schrift Normal-Fraktur: favicon.ico.

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Dienstag, 20. Juli 2004

Ich habe die Statistikklausur 1 bestanden!

Das habe ich eben auf der Statistikseite gelesen. Ich freue mich so sehr!

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Mittwoch, 21, Juli 2004

[21.07.04, mi, 12:00]

Meine Freude über die bestandene Statistikklausur hat nicht lange angehalten.

Irgendwie freue ich mich schon noch, aber eine große Freude ist es nicht mehr.

Na ja, das Bestehen dieser Klausur sehe ich auch nur als einen kleinen, wenn auch wichtigen Schritt, um meine Studierblockierungen zu beseiten und mein Psychologiestudium erfolgreich abzuschließen.

Ob ich einmal als Diplompsychologe arbeite oder als solcher in Rente gehe? Ich lasse mich überraschen ...

 

[20:00]

Meine Freude über bestandene Statisikklausur hat auch deshalb nicht lange gehalten, weil ich während der Klausur Startschwierigkeiten hatte und damit Zeit verschenkte.

Außerdem rechnete ich nicht so schnell und so konzentriert wie während meiner Übungen.

Schließlich hatte ich Wissenslücken (u. a. Verständnis Binominalgleichung und binominale Wahrscheinlichkeitsverteilung) und konnte einige Teilaufgaben nicht lösen.

 

Trotzdem ist, was ich im Sommersemester 2004 in Statistik 1 geleistet habe, mehr und höher einzuschätzen im Vergleich zu meinen früherern Versuchen in Statistik, weil ich mehr von dem, was ich statistik tue, verstehe. Aber weil ich noch viele Lücken habe, bin ich eben nicht sehr stolz auf mich bzw. hat mein Stolz nur kurze Zeit angehalten.

Ich habe zwar Grund zum Feiern, aber keinen, um mich zurückzulehnen.

Schon gar nicht, wenn ich mein Studium insgesamt betrachte. Immerhin gegann ich es im Herbst 1993, habe aber bisher noch nicht die Vordiplomsprüfungen begonnen, geschweige denn erfolgreich bestanden.

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Donnerstag, 22. Juli 2004

[22.07.04, do, 20:00]

Heute morgen habe wieder begonne, mich mit statistischen Fragen zu beschäftigen.

Ich habe mich die ganze Woche nicht gut gefühlt, habe mir wieder die FAZ gekauft, damit mein Hirn wieder etwas arbeiten kann, wollte mir schon wieder eine Aufgabe ausdenken, um mich zu beschäftigen, glaubte wieder, mir unbedingt etwas kaufen zu müssen, damit ich meine Gesundung fortsetzten kann.

Aber das kann es ja auch nicht sein, wenn ich unbedingt eine Aufgabe brauche, mich mich gut zu fühlen, dann kann ich ja auch in den Semesterferien Statistik machen oder mich mit speziellem psychologischen Wissen auseinandersetzen.

So habe ich mich heute mit einigen Fragen beschäftigt, die ich (vermutlich) in der Statistikklausur nicht richtig bzw. gar nicht beantworte habe.

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Freitag, 23. Juli 2004

[23.07.04, fr, 11:30]

Die Beschäftigung mit Statistik hat mir gutgetan.

In der Nacht und nach der Zeitungstour hatte ich endlich mal wieder sehr bildreiche, interessante, lange Träume.

Außerdem habe ich von einigen statistischen Fragen eine bildliche Vorstellung bekommen. Teilweise sogar ein Gefühl für Zahlen.

Werden sie an einem bestimmten Punkt verändert, wird das Objekt dünner oder dicker, leichter oder schwerer. Dementsprechend klingt es auch anders. ;-))

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Montag, 26. Juli 2004

[26.07.04, mo, 14:30]

Seit gestern habe ich endlich wieder zu meinem normalen Essen zurückgefunden.

Durch meine Schwäche, der Verführung zu erliegen, hatte ich beim Besuch meiner Eltern vor fast zwei Wochen (Mittwoch, 14.07.04) einen leichten Freßanfall, aus dem ich erst am Wochenende wieder zu meinem normalen Eßverhalten zurückgefunden habe.

Mein Körper fühlt sich viel besser. Das ist verständlich, denn er hat weniger mit der Verdauung zu tun.

Sehr freue ich mich, daß ich heute (nach dem kurzen Lauf 314) endlich wieder 103 Kilo wieder, die ich wog, als ich zu meinen Eltern nach Berlin gefahren bin.

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Samstag, 31. Juli 2004

[31.07.04, sa, 6:00]

Das heutige Tagebuch habe ich in Fraktur geschrieben und als Flash-Datei gespeichert: Tagebuch, gesetzt in Fraktur, 31.07.04.

Weil Korrekturen der Flash-Dateien zu aufwendig sind, hier die aktuelle Fassung als PDF-Datei: 31.07.04.

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