Home | Psycholabor


Selbstmißbrauch

Auf der Suche nach den Ursachen meiner Studiumhemmung bin ich immer auf die Problematik "Selbstmißbrauch" gestoßen. Also einen Mißbrauch, dem man nicht ausgesetzt, Opfer ist, sondern sich selbst aussetzt, also Täter und Opfer ist.

Der Aspekt des Selbstmißbrauches ist nicht zu trennen vom Suchtverhalten, das eine seiner Spielarten ist.


[12.08.98]

Selbstmißbrauch ist wohl das traurigste Kapitel im Leben eines jeden Menschen. Es gibt doch immer eine Möglichkeit, ihm zu entgehen. Aber noch mehr, sich Fallen zu stellen. Selbstmißbrauch ist keine Flugzeugentführung, in die man gerät. Man kauft den Flieger, setzt sich rein und läßt ihn fallen. 

Ich neige hin und wieder zu Freßanfällen, zum zwanghaften Sexualverhalten, zu Schlafanfällen. Ich habe mir noch nie äußere Wunden zugefügt, mich bewußt oder unbewußt in lebensbedrohende Situationen begeben. Trotzdem empfinde ich das, was ich mir angetan habe, als verwerflich genug, um es nicht wieder geschehen zu lassen.

Genau darauf läuft es hinaus: "Geschehen lassen". Plötzlich muß ich sehr viel essen. Ehe ich merkte, was passiert ist, bin ich auch schon bis zum Rand abgefüllt. Es ist geschehen, bevor ich etwas dagegen unternehmen kann. Ich könnte mich zwar extrem zwingen, es nicht zu tun, aber meine Erfahrung sagt mir, daß ich diese Kraft nicht immer aufbringen kann. Das ist auch nicht meine Methode. Sie würden zwar kurzfristig zum Erfolg führen, aber nicht das eigentliche Problem lösen.

Aber was ist das eigentliche Problem?


[19.08.98, 21:00]

Ich bin gerannt, hab die Dornen umgeknickt, Äste sind mir ins Gesicht geschlagen.

 

Nächster Beitrag: Suchtverhalten.

[nach oben]