Home | Psycholabor | Familiengeheimnisse


Familie

[27.04.99]

Ich habe eine äußere und eine innere Familie.

Meine äußere Familie ist überschaubar, weil ich nicht alle kenne. Meine Großeltern väterlicherseits habe ich nicht kennengelernt. Die Geschwister meines Vater auch nicht. 1970 habe ich den meines Stiefvaters, der inzwischen zu meinem "richtigen" Vater geworden ist, angenommen.

Meine äußere Familie läßt sich besichitgen und anfassen.

Einige Angehörige meiner äußeren Familie.


Die Angehörigen meiner inneren Familie zu nennen, ist schwieriger.

Einiges zu meiner inneren Familie:

 

[27.04.99]

... etwas Geduld, das schaffe ich heute nicht mehr ....

 

[07.05.99]

... ist wirklich schwer ... vielleicht will ich sie auch gar nicht verraten?

Ich spreche eigentlich immer nun von den Kleinen, um die sich alles dreht. Wenn meine Kleinen zufrieden sind, ist alles in Ordnung, egal, was ich eben mache. Selbst wenn ich etwas fürs Studium mache, ist es in Ordnung, wenn die Kleinen es nicht doof finden. Als wenn die Kleinen über alles befinden und mich dann "lieb" oder "böse" sein lassen. Die Kleinen sind wohl meine moralische Instanz.

Heute hatte ich wieder einen blöden Probezugang der Berliner Zeitung. Das nervt, weil, wenn ich mir gemerkt habe, wo ich die Zeitung stecken muß, wird sie wieder abbestellt. Also dachte ich, nimm ich die für mich, spar ich Geld. Oh, Mann, da war ja wieder alles zu spät: Nein, brüllte es in mir, das darfst du nicht. Das zählt auch nicht. Wir wollen, daß du für uns die Berliner Zeitung kaufst, nicht klaust. Wenn die wirklich über wäre, wäre es etwas anderes. Aber das ist Schummeln. Sind wir dir nicht einmal eine Mark pro Tag wert? Dann bestell doch endlich das Abo!! - Nun gut, ich stecke die Zeitung, kaufte eine und schickte die Bestellung mit Studentenausweis ab...

Außerdem sind sie irgendwie meine Energie. Komme ich 2 Uhr 15 nicht aus dem Bett, sagte ich, wir könnten ja nach Mails schauen ... und ich bin munter - die Kleinen lieben Mails. Manchmal schreiben sie einfach welche so an sich selbst, weil es ihnen so viel Spaß macht.

Die sagen auch zu mir, ich soll mein Studium zu Ende machen. Das Zeitungsaustragen ist ihnen nämlich zu anstrengend. Außerdem würde ihnen es Spaß machen, Psychotherapeut zu sein. Alles andere - wir haben ja schon in verschiedenen Berufen gearbeitet - macht ihnen keinen Spaß.

Heute sind sie ein Stück erwachsen geworden: aus thieme.org wurde andreasthieme.de. (thieme.org wird auf andreasthieme.de geparkt, vorher war es andersherum.) Andreas Thieme paßt jetzt selbst jetzt selbst auf sich auf, er braucht keine Organisation mehr, die sein Leben im Griff hat. Da bin ich ganz aufgeregt.

 

Natürlich gibt es da auch noch andere. Von den Brutalen weiß ich - um mal einen Oberbegriff zu nennen.

Nein, mehr will wohl ich nicht verraten.

 

[16.05.99]

Wenn ich ernsthaft nach dem Modell von KopfDemokratie arbeiten will, darf ich bestimmte Teile nicht verschweigen, nur weil ich hinter ihnen sehr unangenehme Erlebnisse vermute. Auch wenn diese Teile eher einem starken Gefühl als einer inneren Person entsprechen.

So fühle ich ganz bestimmt und immer gleich, wenn mir ein Mann gegenüber steht, der mich lüstern musternd ansieht, so als fände er mich sehr süß und wollte mich vernaschen. Ich bin dann so zwischen 9 und 10 Jahre alt und ein Junge. Ich bin irgendwie gelähmt, könnte nicht wegrennen. Könnte auch nichts sagen. Würde jedes Geheimnis wahren. Mein Anus ist zugeniffen. Mein Geschlecht scheint nach innen zu verschwinden. Mein Unterleib reagiert nicht auf Berühungen. Irgendwie ist mein Unterleib in einer Hülle, in der es keine Gefühle gibt.

 

[09.02.00]

Heute hatte ich ein Gefühl davon, wie ich sein könnte, wenn einige meiner Familienmitglieder sich selbständig machen und andere (dauerhaft?) abgeschalten. Wenn ich etwas tute, nicht verhindern kann, obwohl es die meisten in mir gar nicht wollen.

 

[...]

Siehe auch Mißbrauch.

 

[nach oben]